Baumaßnahmen im Biokompostwerk Wiehagen

Die aws führt in diesem Jahr umfangreiche Neubau- und Modernisierungsarbeiten (Auftragswert ca. 2,5 Mio. €) in ihrem Biokompostwerk Wiehagen in der Samtgemeinde Niedernwöhren durch. In Betrieb genommen wurde die Anlage am Mittellandkanal 1997.Seit Einführung der Biotonnen im Landkreis Schaumburg werden die eingesammelten Küchen-und Gartenabfälle dort zentral zu gütegesichertem Schaumburger Qualitätskompost verarbeitet. Hinzu kommen die von Privathaushalten und Gartenabbaubetrieben angelieferten Grünabfälle. In 7 geschlossenen Rottetunneln findet die Intensivrotte statt, danach wird der Frischkompost in Mieten zur Nachrotte umgesetzt. Durch dieses Verfahren dauert der Gesamtvorgang nur ca. 8 Wochen. Aus einer Jahresdurchsatzmenge von 33 000 t  entstehen ca. 16 000 t Kompost.

Seit Abschaffung der Brenntage im Niedersachsen im Jahr 2014 stiegen die Anlieferungszahlen im Biokompostwerk. Auf diese Mengensteigerung wird nun durch Erhöhung der Nachrottekapazitäten reagiert: In Verlängerung der beiden bestehenden Nachrottehallen wird eine dritte ebenfalls komplett geschlossene Halle errichtet. Dort wird zukünftig auch die bisher im Freien stattfindende Kompostauf-bereitung ablaufen. Der Neubau erleichtert den Arbeitsaufwand bei der Kompostfeinaufbereitung und führt zu Verringerung von Emissionen. Als weitere Maßnahme ist geplant, den Anlieferungsverkehr zu entzerren. Zukünftig soll die Annahme von Kleinmengen aus privaten Haushalten getrennt vom Anlieferungsverkehr durch die Sammelfahrzeuge erfolgen. Hierfür wird direkt hinter der Toreinfahrt eine Annahmefläche für Kleinmengen angelegt. Daneben entsteht der Neubau des Betriebsgebäudes. Dorthin werden aus Arbeitsschutzgründen die bislang zwischen den Rottehallen gelegenen Sozialräume verlegt. In einem Anbau an die Aufbereitungshalle werden ein Fahrzeugwaschplatz und eine Werkstatt eingerichtet; auch das Betriebsleiterbüro wird hier zukünftig seinen Platz haben. Als Ersatz für die durch den Hallenneubau belegte Fläche, wird neben der dritten Nachrottehalle eine neue 2900 m² große Kompostlagerfläche angelegt.

Eingriffe in Natur und Landschaft wie diese Baumaßnahmen sind gemäß Bundesnaturschutzgesetz auszugleichen. Solche Ausgleich-und Ersatzmaßnahmen sollen spätestens bei Verwirklichung der Planung vom Bauherren umgesetzt werden; ihre Funktion ist dauerhaft sicherzustellen. Als Kompensation für die Ertüchtigung des Biokompostwerkes Wiehagen hat die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Schaumburg  folgende Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen festgesetzt: Der das neue Kompostlager umgebende Wall soll mit heimischen Sträuchern bepflanzt werden. Diese Pflanzarbeiten werden im Herbst dieses Jahres erfolgen. Als Ersatzmaßnahme wird ca. 1000 m südöstlich des Biokompostwerks an der Straße Wiehäger Weg eine öffentliche Obstbaumwiese angelegt.  Anschließend an die frühere Kompensationsmaßnahme einer Feldgehölzbepflanzung wird eine 1 Hektar große  Ackerfläche in Grünland umgewandelt. An den Außenrändern von Eichen umsäumt, sollen hochstämmige Kirschbäume den Verlauf der 1981 endgültig stillgelegten Bahnstrecke Stadthagen –Stolzenau markieren. Ende März wurden die 38 Bäumchen gepflanzt; das Einsäen der Rasenmischung ist im April/Mai geplant. Voraussichtlich in ein bis zwei Jahren können sich menschliche und tierische Besucher der neuen Obstwiese an ersten Früchten erfreuen.

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